Durch starke Signale schaffe ich Prävention

Thema Gewalt in der Schule

Vortrag in Embrach (17. Juni 2009)

Prämissen

Es gibt keine einheitliche Definition von Gewalt

Bericht bringt nur mit dem Besuch des Vortrages den vollen Nutzen

Diese Angaben (Liste) sind nur Sinnvoll im Zusammenhang mit meinem Vortrag. Im Laufe des Referates wurde um das Verständnis zu fördern, über die neusten wahrnehmungs- + verhaltenspsychologischen Erkenntnissen berichtet. Auch wurde die viktimologische Situation erläutert. Wo angebracht, wurden im laufe des Vortrages Beispiele erklärt und besprochen.

Situationsanalyse

In der Schweiz gibt es einige jugendliche Intensivtäter (500). Diese sind in kleinen und grösseren Banden organisiert. Im Vordergrund stehen Sachbeschädigungen sowie Gewalt- und Vermögensdelikte. Die Taten geschehen oft in Bahnhöfen, Discos oder Einkaufszentren.

Die Motive sind banale Gründe: Langeweile, einen Kick suchen, schnelle Bereicherung, Wiederherstellung einer verletzten Ehre(?) oder Provokationen.

Die Jugendgewalt hat sich in den letzten Jahren verändert; die Brutalität hat zugenommen (nicht zwingend die Menge).

Der typische Täter ist männlich. Er stammt in der Regel aus bildungsfernen Schichten mit „Migrationshintergrund“ und lebt bezüglich Familie, Schule, Alkohol, Arbeit und Drogenkonsum in problembehafteten Strukturen. Es fehlt ihm eindeutig an Wertmassstäben und an Perspektiven sowie an Respekt vor Menschen und Gegenständen.

Ein möglicher Lösungsansatz

Kampfsport zu Abwehr?

Obwohl die meisten Kampfsportarten sehr effektive Selbstverteidigungstechniken enthalten, so wird doch meist den Psychologischen Aspekten eine zu geringe Bedeutung beigemessen. Deshalb sind Kenntnisse über Wahrnehmungspsychologie sowie Verhaltenpsychologie wichtig für das richtige Verhalten.

Eine Studie hat aufgezeigt, dass Täter unbewusst Opfer aussuchen, die sie als schwach oder zumindest unsicher einstufen. Aus diesem Grunde müssen wir den Kindern beibringen, starke Signale auszusenden. Ziel ist es, die Opferrolle zu verlassen!

Was ist zu tun, falls trotzdem einmal etwas passiert?

Wir müssen lernen, der Gewalt einen Namen zu geben. Konkret, wir dulden keine Gewalt. Jede Tat wird angezeigt und der Täter wird damit konfrontiert.

Oberstet Ziel ist es, nie in einer solchen Situation zu geraten! Mit entsprechender Verhaltensschulung respektiven Techniken wird dies speziell geübt. Zur besseren Verständigung nochmals: Durch mein Verhalten entsprechende Signale aussenden, damit ich für den vermeintlichen Täter unattraktiv werde. Aus meiner heutigen Sicht beginnt die Selbstverteidigung bereits hier. Durch die Selbstsicherheit, die ein Kind durch diesen Kurs gewinnt, wird auch die Wahrscheinlichkeit geringer, sich im Alltag einer solchen Ernstfallsituation gegenüber zu sehen, denn es zeigt sich immer wieder, dass es selbst „starke Täter“ vermeiden, eine selbstsichere Person anzugreifen. Unsicherheit jedoch wird als Schwäche gewertet und oft gnadenlos ausgenutzt. Dabei ist es irrelevant ob sich der Täter auf Kinder, Frauen, Behinderte, Männer, Prostituierte oder sonst eine benennbare Gruppe konzentriert. In dieser Beziehung sind Täter gleich. Sie wollen ein möglichst kleines Risiko eingehen. Hier ist unsere grosse Chance.

Die Abwehr eines Täters basiert auf drei Grundpfeiler:

  • Nonverbale Zeichen setzen, damit wir nicht Opfer werden. In dieser ersten Phase werden notfalls zusätzlich auch verbale Zeichen gesetzt.
  • Einfach, effektvolle Techniken nicht nur kennen, sondern mit alltäglichen Tricks auch anwenden können (Cervelat – Glocke – Zitrone). Diese Brücke hilft uns natürliche Blockaden zu überwinden.
  • Psychologische Verhaltensmuster in lebensnahen Situationen; Schulweg, Pausenplatz, Mobbing sowie Vandalismus, bewusst einsetzen. Eventuell ist ein Training im speziellen Lernrevier möglich. Hier dürfen Fehler gemacht resp. erlebt werden. Wir können beliebig oft den Fall wiederholen bis wir mit unserer Lösung zufrieden sind.
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